DER STINKER

Ammoniak ist von den Güllegasen das harmloseste. Bei längeren Aufenthalten in schlecht belüfteten Ställen reizt NH3 Haut, Augen und Atemwege. Ist der Landwirt dieser Konzentration häufiger ausgesetzt, wird auch die Lunge geschädigt.

DAS ERSTICKENDE

Kohlendioxid entsteht bei jedem Gärprozess in Güllegruben, Silos und Hackschnitzel-Bunker. CO2 hat die Eigenschaft, dass es schwerer ist als Luft und dadurch den Sauerstoff in den Räumen verdrängt. Der Person, die diese Räume betritt, wird dann der Sauerstoffmangel zum Verhängnis. Eine Kerzenprobe, die früher immer empfohlen wurde, ist unsinnig, denn eine Kerze brennt noch bei einem Sauerstoffgehalt der Luft von 13 bis 14 Prozent. Der Mensch braucht aber zum Leben mindestens 18 Prozent Sauerstoff. Achtung: Wenn Methan vorhanden ist, kann bei der Kerzenprobe eine Explosion entstehen.

DIE BOMBE

Methan reichert sich an in der Güllegrube, wenn keine Entlüftungsöffnungen in der Grube vorhanden sind. Wenn dies der Fall ist, kann CH4 in der richtigen Konzentration mit Sauerstoff und einer Zündquelle zu einer Explosion führen. Jeder Landwirt, der eine geschlossene Güllegrube besitzt, muss deshalb Öffnungen anbringen, die zu einer Be- und Entlüftung führen.

DAS GIFTIGE

Schwefelwasserstoff ist das gefährlichste Güllegas. Es riecht in ungefährlicher Konzentration nach faulen Eiern, ist aber bei einer sehr geringen Konzentration schon tödlich. Ein Vergleich mit Luftballons: Wenn man 10.000 Luftballons hat und sieben sind mit Schwefelwasserstoff gefüllt, wären diese für den Menschen tödlich. Der Mensch könnte dies gar nicht mehr wahrnehmen, da der Geruchssinn bereits gelähmt ist.